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Brief an Bundesminister für Gesundheit

Anfang der achtziger Jahre, als die ersten Ergebnisse der erfolgreichen klinischen Anwendung von Ukrain bekannt geworden sind, habe ich eine Reihe von Angeboten von verschiedenen Pharmafirmen bekommen, mein Patent zu verkaufen. Alle diese Angebote habe ich abgelehnt. Ab diesem Zeitpunkt nehmen unglaubliche Verhinderungsgeschichten rund um Ukrain ihren Anfang.

Die Geschichte dieser Verhinderung dauert bereits mehr als 30 Jahre. Ein gut dokumentierter Teil davon ist im Buch „Krebsmittel Ukrain – Kriminalgeschichte einer Verhinderung“ von Dr. Eleonore Thun-Hohenstein (Molden Verlag, Wien) beschrieben.
Jetzt habe ich inoffiziell erfahren, dass – nachdem ich seinerzeit keinem Patentverkauf zustimmte – sich ein pharmazeutischer Großkonzern zum Ziel gesetzt hat, das Präparat Ukrain vom Markt zu drängen. Zu diesem Zweck wurden große Geldmittel zur Verfügung gestellt.
Vieles hat schon darauf hingedeutet, jetzt setzt sich ein komplettes Bild aus den einzelnen Mosaiksteinen zusammen.

Wie kann man das erklären?

1. bei Antragstellung geltende Gesetzeslage Spezialitätenordnung von 1947 § 8 Z 2 und 3  

„…2. die offenkundige Nachahmungen oder Wiederholungen von in Österreich registrierten Spezialitäten sind, insofern nicht eine Verbesserung in technischer oder therapeutischer Richtung nachgewiesen wird…“
§8 Z3: „deren Bereitungsvorschrift in der letzten oder einer früheren Ausgabe der Pharmacopoea Austriaca VIII und des Deutschen Arzneibuches, 6. Ausgabe, enthalten ist.“

Am 28. Juni 1976 habe ich den Antrag auf Zulassung eines neuen Komplexes für die Behandlung von austherapierten Krebspatienten gemäß Spezialitätenordnung BGBI 1947/99 beim zuständigen Amt gestellt. Für Ukrain wurde eine deutliche therapeutische Verbesserung nachgewiesen, da es wirksam gegen Krebs und mehr als 300mal weniger toxisch als seine Ausgangsstoffe ist. Sowohl Thiotepa als auch Schöllkraut-Alkaloide waren bereits lange vor der Antragstellung in Pharmacopoea Austriaca und dem Deutschen Arzneibuch enthalten.

Dem Bundesministerium wurde auch Konzessionsdekret vorgelegt. Somit wurden alle Bedingungen für eine Zulassung erfüllt.

Auf Grund dieser Tatsachen sollte das Präparat sehr rasch für austherapierte Patienten zugelassen werden, um diesen in ihrem hoffnungslosen Zustand noch Hilfe zu leisten.
Leider ist die Zulassung in Österreich wegen Rechtswidrigkeit infolge Verletzung von Verfahrensvorschriften, wie es der Verwaltungsgerichtshof in seinem Erkenntnis Zl. 95/10/0124 vom 26. Februar 1996 festgestellt hat, bis heute nicht erteilt.

Am 24.2.2005 hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg die Republik Österreich verurteilt, da das Zulassungsverfahren exzessiv in Länge gezogen wurde.

 

2. Artikel 7 des Bundes-Verfassungsgesetzes besagt:

„Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.“

1993, also 17 Jahre nach der Antragstellung für Ukrain, wurde der amerikanischen Firma Bristol-Meyers Squibb die Zulassung für das hoch toxische Produkt Taxol unter Vorlage von nur 17 Krankengeschichten in kürzester Zeit nach der Antragstellung erteilt. Österreich war das erste Land der Welt, wo Taxol zugelassen wurde, obwohl Österreich nicht einmal das Ursprungsland ist. Zur Zeit der Zulassung lagen keine Vergleichsstudien von Taxol mit anderen Zytostatika vor. Der Fachinformation 1993 zum Taxol ist zu entnehmen, dass eine ganze Reihe von Untersuchungen nicht gemacht wurde.

Für Ukrain wurden dem Ministerium bis 1993 mehr als 450 Krankengeschichten und auch klinische Studie vorgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Forschungsergebnisse über Ukrain bei 76 Fachkongressen präsentiert und in 48 Fachpublikationen veröffentlicht. Trotz Befürwortung der Zulassung von Ukrain seitens 9 Ärzte und 4 Sachverständiger (Link I, Link II, Link III, Link IV), wurde mein Antrag bis jetzt nicht erledigt.

Bis Ende 2010 wurde Ukrain 290mal bei Kongressen und Symposien präsentiert, 260 Wissenschaftler aus 24 Ländern in 60 Universitäten und Forschungsinstituten waren an Forschungsarbeiten über Ukrain beteiligt. Durch ihre Arbeit ist eindeutig nachgewiesen, dass Ukrain eine selektive Wirkung hat, was bedeutet, dass Ukrain nur die Krebszelle tötet, aber keiner gesunden Zelle Schaden zufügt.

Durch die Nichtzulassung wird der österreichische Steuerzahler sehr stark benachteiligt, da die Krankenkassen sich mit allen Mitteln weigern, die Kosten für die Therapie zu übernehmen.

Die Zulassung von Taxol® und die Nichtzulassung von Ukrain ist eine grobe Verletzung des Bundes-Verfassungsgesetzes, welches allen Bürgern in Österreich gleiche Rechte garantiert.

3. §8 AMG (vormals § 12 AMG) „Arzneispezialitäten bedürfen keiner Zulassung, wenn……..

ein zur selbständigen Berufsausübung im Inland berechtigter Arzt, Zahnarzt oder Tierarzt bescheinigt, dass die Arzneispezialität zur Abwehr einer Lebensbedrohung oder schweren gesundheitlichen Schädigung dringend benötigt wird und dieser Erfolg mit einer zugelassenen und verfügbaren Arzneispezialität nach dem Stand der Wissenschaft voraussichtlich nicht erzielt werden kann.“
Zitat aus dem Buch „Krebsmittel Ukrain – Kriminalgeschichte einer Verhinderung“ von Dr. Eleonore Thun-Hohenstein (Molden Verlag, Wien):
„Der dreijährige Stefan Dan mit der Diagnose „Generalisierte Lymphangiomatose" wurde 1995 von den Ärzten als austherapiert nach Hause geschickt. Um die Eltern zu „trösten", wurde ihnen gesagt, daß ihr Stefan nie im Leben sprechen und laufen würde können. Nach zwei Jahren Ukrain-Therapie durch einen praktischen Arzt (gemäß § 12 AMG) konnte das Kind sehr wohl sprechen und auch laufen. Unter Berufung auf gesetzwidrige Erlässe des Gesundheitsministeriums von 1986 bzw. 1994 wurden die Eltern anlässlich einer Kontrolluntersuchung im Spital unter Androhung von Strafen genötigt, die Therapie mit Ukrain abzubrechen, obwohl man keine andere Therapiemöglichkeit anbieten konnte. Der Tumor begann daraufhin zu wachsen und verursachte eine Kompression des Rückenmarks. Stefan - mittlerweile acht Jahre alt - wurde operiert. Trotz des operativen Eingriffes hat sich der Zustand des kleinen Patienten ständig verschlechtert, so daß er an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden musste. Es trat eine Querschnittlähmung auf. In diesem Zustand wurde das Kind in häusliche Pflege entlassen. Um seine Schmerzen zu lindern, musste man ihm viermal pro Tag Morphium verabreichen, seine Atmung musste durch einen Heimrespirator unterstützt werden. Jetzt empfahlen die Ärzte den Eltern, sich doch wieder der Ukrain-Therapie zuzuwenden. Der Zustand des Kindes konnte durch die Ukrain-Therapie zwar verbessert werden, Stefan kann sprechen, wird aber nie mehr gehen können.“
Hätte er noch drei Behandlungszyklen bekommen, wäre er sicher gesund, wie, z.B. Frau Katic. Bei ihr wurde auch ein Versuch vorgenommen, die Behandlung mit Ukrain abzusetzen. Sie wurde 1996 als hoffnungsloser Fall aus dem St. Anna Kinderspital nach Hause geschickt und daraufhin mit UKRAIN behandelt. Frau Katic ist jetzt 27 Jahre alt und hat einen gesunden Sohn zur Welt gebracht.
Stefan hat im September 2010 seinen 18. Geburtstag gefeiert. (Verhinderungstaktik und ihre Folgen)
Die kurze Zusammenfassung dieser Krankengeschichte dokumentiert das traurige Schicksal des kleinen Patienten, der wegen der fahrlässigen (und rechtswidrigen) Unterbindung der Ukrain-Therapie sein Leben lang gelähmt bleiben wird.
Darf man weiterhin tatenlos zusehen, wie krebskranken Kindern und Erwachsenen, die von der Schulmedizin aufgegeben sind, eine erfolgversprechende Therapie vorenthalten wird? Da Ukrain aus zwei bereits zugelassenen Ausgangsstoffen hergestellt wird und nachweislich hundertmal weniger toxisch als diese Ausgangsstoffe, hingegen sehr wirksam ist, habe ich 1976 in Österreich den Antrag gestellt, das Präparat für austherapierte Fälle zuzulassen. Statt meinem Antrag stattzugeben und mit dem Präparat Betroffenen zu helfen, haben die zuständigen Gesundheitsbehörden und Standesvertretungen alles getan, um die Anwendung und Verbreitung des Medikamentes in Österreich als Ursprungsland - und damit auch automatisch im Ausland - zu verhindern.
In diesem Buch wird die Wirksamkeit von Ukrain anhand gut dokumentierter Fälle vorgestellt, ebenso wie die permanenten Versuche, mich in meiner Arbeit zu behindern. Die einzige Förderung, die ich in Österreich je bekommen habe, verdanke ich der Zivilcourage des früheren Chefs der Forschungssektion im Wissenschaftsministerium, Dr. Norbert Rozsenich. Viele Leser früherer Ausgaben von „Wer hat Angst vor Ukrain?" drückten mir ihre Erschütterung über den Inhalt aus. Aber jahrelang das Leid der Betroffenen mit ansehen zu müssen, war noch schlimmer. In Österreich erkranken jährlich 200 Kinder an Krebs. Einigen konnte dank Ukrain geholfen werden. Selbst wenn ich nur einem einzigen Kind hätte helfen können, wie dem kleinen Stefan, wäre das ein Grund, nicht zu kapitulieren. Ich gebe nicht auf!“ („Krebsmittel Ukrain – Kriminalgeschichte einer Verhinderung“ von Dr. Eleonore Thun-Hohenstein, Seiten 7-9).

3a. Nach der Präsentation der ersten Therapieerfolge mit Ukrain in der Behandlung von mehr als 100 austherapierter Patienten beim 13. Kongress für Chemotherapie in Wien im August-September 1983 haben sich viele Ärzte für dieses Präparat interessiert und in ihre Therapieschemen auf Grund §12 Arzneimittelgesetz (entspricht dem heutigen § 8) aufgenommen, was auch Kongresspräsentationen und Fachliteratur beweisen.
Nicht weniger als 250 Ärzte nur in Österreich haben Ukrain angewendet. So stieg auch die Zahl der geheilten Patienten und somit die Beweisbasis für die Zulassung von Ukrain. Einige von den austherapierten Patienten, die damals behandelt wurden, leben bis heute, bereits mehr als 26 Jahre, mit den Diagnosen wie Brustkrebs, Dickdarmkrebs, malignes Melanom.
Um diese Prozesse zu stoppen, wurden rechtswidrige Erlässe ausgegeben.
Da diese Erlässe viele Ärzte von der Ukrain-Anwendung bei austherapierten Patienten nicht aufhalten konnten, wurden Ärzte mit Disziplinarverfahren und Strafanzeigen schikaniert. Viele Ärzte haben dann von Ukrain Abstand genommen um Ruhe zu haben.
Diejenigen, die sich nicht einschüchtern haben lassen, haben weiter mit Ukrain gearbeitet und sich an das Gesundheitsministerium gewendet mit der Bitte, dem Präparat Ukrain die Zulassung zu erteilen.

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