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R E V I E W über Beilage zum Brief vom 1981. 07. 27 über Präparat Ukrain an den damaligen Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz Herrn Dr. Kurt Steyrer.

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Diese Arbeit ist eine Review über Beilage zum Brief vom 1981. 07. 27 über Präparat  Ukrain an den damaligen Bundesminister für Gesundheit und Umweltschutz Herrn Dr. Kurt Steyrer.

Ukrain ist ein nicht-toxisches, halbsynthetisches Präparat aus Chelidonium majus L. (Schöllkraut) entwickelt, das bei 33 von 60 Patienten mit verschiedenen malignen Neoplasmen im letzten Stadium der Krankheit positive Wirkungen von Schmerzlinderung bis zu Teilremissionen mit verheilen von Exulzerationen zeigte.

Es wird durch Zusammenwirken zweier bereis zugelassener Inhaltsstoffen hergestellt.

Ukrain wird aus speziellem Extrakt von Schöllkraut hergestellt unter Verwendung   von Thiotepa hergestellt. Thiotepa ist im Endprodukt nicht vorzufinden, da es entfernt wird.

 

Die Zusammensetzung des hier präsentierten Präparates ist wie folgt beschrieben:

1 Durchstichflasche die einen Chelidonium majus L. Alkaloid-Thiophosphorsäuretriazeridid-derivat 10 mg, bzw. 5 mg, bzw. 2,5 mg und Aqua bidestillata 7,6 ml, bzw. 3,8 ml, bzw. 1,9 ml enthält.

Ukrain bewirkt bei mindestens einem Drittel der Patienten eine Rückbildung von Tumorgewebe und Tochtergeschwülsten, ohne dabei gesunde Zellen zu schädigen. Es schädigt keine Schleimhäute, bewirkt keinen Haarausfall, hat auch keinen negativen Einfluss auf das Blutbild, ist nicht toxisch.

Indikationen sind Neoplasmen der Brust, des Penis, der Haut, der Zunge, das anaplastische Karzinom der Lunge und das Melanom.

Bei Ansprechen der Therapie sind folgende Erscheinungen zu beobachten: vorübergehend Schwindel, Depression, Schläfrigkeit, allgemeine Abgeschlagenheit, Arbeitsunlust, besonders zu Therapiebeginn. Weiteres wurde eine erhöhte Urinausscheidung, Trockenheit der Schleimhäute, erhöhter Flüssigkeitsbedarf. Spannungen, Kribbeln, Stechen, Juckreiz, Wärme- und Brenngefühl; kurzzeitige Schmerzerscheinungen in den vom Tumor befallenen Gebieten sowie starkes Schwitzen und Übelkeit. All diese Erscheinungen sind jedoch individuell verschieden und sind nur bei Patienten zu beobachten, die auf die Therapie ansprechen.

Das Präparat wird intramuskulär injiziert, im Abstand von je drei Tagen mit einer anfänglichen Dosis von 2,5 mg, die langsam um je 2,5 mg auf 20 mg erhöht wird. Weiteres wird empfohlen mit der Therapie Frucht- und Gemüsesäfte, Vitamin C und Vitamin A zu sich nehmen, sowie falls notwendig Eisen zu substituieren.

Bis dato wurden 60 Patienten, 59 davon in einem weit fortgeschrittenen Stadion der Krebserkrankung, behandelt. Diese Patienten wurden in drei Gruppen unterteilt:

Gruppe I mit 8 Patienten: 2 Patientinnen mit Mamma-Ca.; 2 Patienten mit malignem Melanom; 1 Patient mit basocellulärem Epitheliom; eine Patientin mit rezidivierendem Zylinderzellcarcinoms der Parotis; 2 Patientinnen, mit vermutlich Mamma-Carcinom, wobei hier hinzuzufügen ist, dass eine der beiden Patientinnen einer Entnahme der Gewebsprobe nicht zustimmte und bei der anderen nur multiple Metastasen eines Adenocarcinoms im Axillar- Supraclavicularbereich auftraten, der Primärtumor aber nicht lokalisiert werden konnte.

Gruppe II mit 25 Patienten im extrem fortgeschrittenen Krankheitszustand: 9 Mamma-Ca.; 7 Bronchial-Ca., 1 Rektum-Ca.; 2 Osteosarkom, 1 Prostat-Ca, 1 Schilddrüsen-Ca., 1 Colon-Ca; 1 Magen-Ca. und 1 Abdominaltumorpatient.

Gruppe III mit 27 Patienten: 10 Bronchial- Ca.; 6 Mamma-Ca.; 2 Ovarial-Ca.; 2 Uterus-Ca.; 1 Pancreas- Ca.; 2 Rektum-Ca.; 1 Magen-Ca. und ein Abdominaltumor-Patient, bei dem aufgrund des bereits fortgeschrittenen Zustandes der Primärtumor nicht eindeutig lokalisiert werden konnte.

In Gruppe I konnte bei allen 8 Patienten eine deutliche Remission des Tumorgewebes beobachtet werden, wobei es zu einer deutlichen Abgrenzung des Tumorgewebes von der Umgebung mit anschließender Verkleinerung. Diese Patienten berichteten nach den ersten Injektionen von Sensationen wie Nachlassen der Schmerzen, Wärmegefühl im Tumor, Spannung und kribbeln in Tumorbereich, Hitzewallungen, Tachykardie, leichter Schwindel oder Kopfschmerz, erhöhte Urinausscheidung, Müdigkeit, Übelkeit und zum Teil Depressionen.

Gruppe II zeigte eine eher heterogene Reaktion auf die Behandlung. 2 Patienten mit Bronchial-Ca. zeigten eine kurzzeitige Remission des Tumors, 2 weitere zeigten einen Zeitweilligen Stillstand; bei 4 Patienten mit Mamma-Ca. kann es zur Verheilung von Exulzerationen und bei 8 Patienten kam es zu einem Rückgang von Tumorbedingten Schmerzen, zum Teil auch zu Schmerzfreiheit. Bei einem weiteren Patienten (mit einem diffus infiltrierenden Schilddrüsencarcinom-Rezidiv) veränderte sich der Tumor insofern als dass er nun besser abgrenzbar war. Bei fast allen Patienten verbesserte sich der Allgemeinzustand auch wenn das Tumorwachstum nicht aufzuhalten war.

Gruppe III keine Einfluss an Tumorwachstum, keine Begleiterscheinungen wurde beobachten.

Weitere Untersuchungen mit Ukrain wurden an 10 Patienten mit einem Adenocarcinom des Rektums;  einem Bronchus CA; Pankreas-CA; mit einer Patientin Status post Ablation Mammae und exulzerierendem Lokalrezidiv; mit einem inoperablen Magen-CA; einem Adeno -Ca.  des Magens; einem Neoplasma colli (Plattenepithelcarcinom); einem Mamma- Ca.; mit einem Narbenkeloid und einem weiteren Mamma-Ca. Bei den ersten sechs Patienten konnte beobachtet werden wie sich nach Applikation von Ukrain, der Tumorbereich zu fluoreszieren begann wodurch versucht wird die selektive Wirkung von Ukrain zu beschreiben.

In in vivo und in vitro Untersuchungen, die am National Cancer Institute, USA, Bethesda, Maryland (NCI) und am Institute de Cancerologie et d`Immunologie Villejuif, Frankreich (ICIG) gemacht wurden, wurden der Effekt von einerseits der Summe der Alkaloide aus Chelidonium majus L., von Thio-TEPA und von Ukrain anhand von Mäusen mit Leukämie bzw. an Zellkulturen von Nasopharynx-Ca`s getestet welche zeigen konnten, dass Ukrain keine Toxizität aufweis aber einen positiven Einfluss auf das Überleben der Mäuse hatte.

Drei Hypothesen über den Wirkmechanismus von Ukrain sind gestellt worden:

1.     Ukrain verbindet sich mit freien Antigenen der Tumorzelle oder mit deren Oberfläche und schafft eine Angriffsfläche für die Abwehrkräfte des Körpers.

2.     Ukrain verdrängt den Immunoglobulinbesatz der Tumorzelle oder löst ihn auf  irgendeine Weise ab, unterbindet also das sogenannte Enchantement, um dem Immunsystem freie Bahn zu schaffen.

3.     Ukrain heftet sich an die Antigen- Antikörperkomplexe, die auf der Oberfläche der Tumorzelle haften und ermöglicht so eine Erkennung durch zytotoxische Makrophagen.

 

4.     Interessante Eigenschaft von Ukrain ist die: „Setzte die Behandlung mit dem Präparat Ukrain direkt nach einer Strahlentherapie ein, so war der strahleninduzierte Leukozytenzahlabfall lange nicht so stark, wie aufgrund  vorheriger Bestrahlungen zu erwarten gewesen wäre“. 

Tatsache, dass es anscheinend das Nebenwirkungsspektrum der Strahlentherapie verringert unter Anderem indem es den strahleninduzierten Leukozyten abfall reduziert was zu einer allgemein besseren Toleranz der Strahlentherapie durch den Patienten führt.  Diese Eigenschaft von Ukrain wird durch seine immunomodulierende   Wirkung erklärt. Bei Patienten, die eine Ukrain-Therapie erhalten haben, wurde ein Anstieg von vor allem den Leukozyten im Blut beobachtet. Dieser immunmodulirte pathway stellt ebenfalls einen Erklärungsansatz für seine Potenz gegenüber Krebszellen dar.

5.Eine weitere interessante Eigenschaft von Ukrain ist die:  „Wie bereits  erwähnt,  kommt es unter der Wirkung von Ukrain zu einer Erwärmung im Tumorgebet, die Randzone wird weicher und daraus resultiert eine bessere Verschiebbarkeit des Tumorknotens. Das deute darauf hin, dass  die Randgebiete des Tumors   verstärkt vaskularisiert werden.

 

Eingenschaften von Ukrain

1.     Selektive WIERKUNG.

In Vergleichsstudien wurde Ukrain an 18 bösartigen und 12 normalen Zelllinien unter identischen Bedingungen getestet. Diese Experimenten haben alle Zweifel hinsichtlich der selektiven Wirkung von Ukrain aufgeräumt. Die zahlreichen Arbeiten haben bewiesen, dass Ukrain das erste und einzige Krebsmedikament ist, das toxisch für Krebszellen, jedoch nicht für gesunde Zellen ist. Das erklärt auch seine gute Verträglichkeit bei klinischer Anwendung.

2.     IMUNOMODULIERENDE  WIERKUNG.

Ungewöhnlich für ein  Antikrebsmedikament besitzt Ukrain auch einige markante immunologische Eigenschaften. In einigen immunologischen Ziel-Effektorzellen-Systemen hat Ukrain signifikant die malignotoxische Aktivität von Makrophagen, Lymphozyten und NK-Zellen verstärkt.  Da sich gleichzeitig die Parameter wie B-Lymphozyten anzahl, die Immunglobulinkonzentrationen,   Komplementfaktor und Akutphaseproteine nicht signifikant geändert haben, kann postuliert werden, dass Ukrain den zellulären Teil des Immunsystems moduliert wenngleich der humorale Teil Großteils  unbeeinflusst bleibt.

 

3.     DIE INHIBIERUNG DER  TUMORALEN ANGIOGENESE

                 Bildung einer Kapsel rund um den Tumor.

Präoperative Behandlung mit Ukrain verursacht Inhibierung der Neugefäßbildung. Die Krebszellen dringen in diese Kapsel nicht ein.

Ukrain unterdrückt die Neubildung  von Blutgefäßen,   die einen Tumor versorgen.  Dank dieser antiangiogenischen Eigenschaften bewirkt die präoperative Gabe von Ukrain  eine bessere Abgrenzung der Tumore vom gesunden Gewebe und die Tumorabkapselung. Dies erleichtert die chirurgische Entfernung des Tumors.

In Laborversuchen hat Ukrain die Vermehrung der menschlichen Endothelzellen auf  Dosis-abhängige Weise unterdrückt, ohne dabei die zytotoxischen Eigenschaften zu realisieren.  Am Modell der Kapillarenbildung  wurde die Inhibierung von Angiogenese beobachtet. Die tumorale  Angiogenese  ist die Neubildung von Gefäßen, die einen wachsenden Tumor mit Nährstoffen versorgen und welche von kritischer Bedeutung für das Tumorwachstum sind.